Biografie
HAUDEGEN
Die Haudegen sind das derzeit größte und interessanteste Kuriosum der deutschsprachigen Musiklandschaft. Hagen und Sven, zwei gestandene Kerle aus Marzahn-Hellersdorf, vermischen Liedermacher-Traditionen mit breitwandiger Pop-Attitüde und massenkompatibler Rock-Musik.
Kaum eine andere deutsche Band hat im hinter uns liegenden Jahr dermaßen abgeräumt und die Massen so restlos begeistert, wie die beiden Deutschrock-Schwergewichte von HAUDEGEN. Vom gefeierten Geheimtipp haben sich Hagen und Sven spätestens mit ihren Top 10 Album Debüt „Schlicht & Ergreifend“ zur nicht mehr wegzudenkenden Größe in der deutschsprachigen Musiklandschaft entwickelt, die von Fans und Feuilleton gleichermaßen geschätzt wird. Die Zeit schreibt über sie, das Sat.1 „Frühstücksfernsehen“ lädt sie ein, Cindy aus Marzahn integriert Hagen & Sven in ihre Bühnenprogramm, der Internetdienst Napster zeichnet Haudegen mit den „Napster Fan Award“ aus und zusammen mit MyVideo suchen sie Auszubildene für offene Lehrstellen.
Hagen und Sven singen in ihren Liedern über Freiheit und Freundschaft, aber auch über Beziehungen, Enttäuschungen und Geschichten, die das alltägliche Leben schreibt. Gossenpoesie nennen sie ihre Musik selbst, ihr Debut-Doppel-Album "Schlicht & Ergreifend" ist eine Mischung aus Balladen und kantigen Rock-Songs. Der Wille nicht aufzugeben, sich selbst treu zu bleiben und den Mitmenschen mit Ehrlichkeit zu begegnen, steht im Mittelpunkt der Texte.
Aufgewachsen sind die beiden im sozialen Brennpunkt, Marzahn-Hellersdorf. Drogen, Gewalt, Arbeitslosigkeit – die Ost-Berliner Plattenbauten haben Hagen und Sven gezeigt, was es bedeutet zu leben – und zu überleben. Die beiden sind durch dick und dünn gegangen, jetzt ziehen sie gemeinsam als Haudegen durch die Kneipen, Clubs, Jugendzentren – hinaus in die weite Welt. Flügel und Schwert, das Haudegen-Logo, das für sie den ewigen Kampf und die Freiheit symbolisiert, haben sich beide als Zeichen ewiger Treue tätowiert. Gossenpoesie nennen sie ihre Musik. Zwei Männer, ein Wort. Einer für beide, beide für einen.
Mit „Schlicht & Ergreifend“ lieferten sie ihr Debüt, das gleich ein Doppelalbum geworden ist. „Schlicht“ ist der überwältigende, pompöse Part mit griffigen Pop-Melodien und balladesken Rock-Nummern, „Ergreifend“ hingegen liefert unwiderstehliche musikalische Dramarturgien. Bei einigen Songs vom Doppelalbum werden die Haudegen vom Deutschen Filmorchester Babelsberg unterstützt, eine hörbar fruchtbare Zusammenkunft. Die Berliner schwingen mit „Schlicht & Ergreifend“ zwischen Breitwand-Rockbands wie Nickelback oder Staind und Liedermachern der Kragenweite Klaus Lage, Reinhard Mey und Grönemeyer hin und her.
Die Songs handeln vom Leben da draußen, dem auf der Straße, dem hinter heimischen vier Wänden. Sie setzen sich mit den Menschen auseinander, hören ihren Geschichten zu und machen diese zu ihren eigenen. Inspiriert von ihrem Umfeld entwerfen sie daraus Songtexte und ergreifen für die Kraftlosen, die Machtlosen das Wort. Die Haudegen sind die „Stimme des kleinen Mannes“. „Diese wird viel zu oft überhört“, sagt Hagen ernst. „Manche Menschen haben sich bereits aufgegeben. Für diese Menschen erheben wir das Wort.“ Das ergibt einen bittersüßen Reigen aus zerbrochenen Beziehungen, Liebeskummer und Enttäuschungen auf der einen, und mutmachenden, stützenden, warmen lyrischen Umarmungen auf der anderen Seite. Geschichten, die das Leben schreibt und Songs, die auf Titel wie „Alles Gute von dieser Welt“ oder „Setz die Segel“ hören.
Lyrische Streicheleinheiten und jede Menge großfüßiger Pomp gepaart mit muskulösen Pop-Melodien – das sind die Haudegen. In anderen Worten: Das interessanteste Kuriosum der deutschsprachigen Musiklandschaft derzeit.
Thorsten „Zacke“ Zahn, 2011
